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Als Freelancer in der Schweiz starten: Buchhaltung, Tools & erste Rechnung

Du hast deine Einzelfirma gegründet — und jetzt? Dieser Guide zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deine Buchhaltung von Tag 1 richtig aufsetzt.

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einzly Redaktion
Steuer- & Finanzredaktion
7 Min. Lesezeit
31. März 2026
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Die Gründung deiner Einzelfirma ist geschafft — Glückwunsch. Aber jetzt beginnt der Teil, den viele Freelancer unterschätzen: die Buchhaltung. Nicht die Theorie, sondern das ganz Praktische. Welches Konto eröffnest du? Wie erfasst du deine ersten Belege? Was muss auf deine erste Rechnung? Und wie viel Zeit kostet das Ganze pro Woche?

Dieser Artikel ist dein praktischer Quick-Start-Guide. Kein Gründungs-Guide (dafür gibt es den Einzelunternehmen-Artikel), keine Steuer-Anleitung (das findest du im Freelancer-Steuern-Guide) — sondern die konkreten Schritte, damit deine Buchhaltung vom ersten Tag an sauber läuft.


01Geschäftskonto einrichten

Streng genommen gibt es in der Schweiz keine gesetzliche Pflicht, ein separates Geschäftskonto zu führen. Trotzdem ist es eine der wichtigsten Entscheidungen am Anfang — denn wer private und geschäftliche Zahlungen auf demselben Konto mischt, verliert spätestens bei der Steuererklärung den Überblick.

FaustregelEin separates Geschäftskonto ist keine Pflicht, aber spart dir im Schnitt 5–10 Stunden pro Jahr bei der Buchhaltung. Je früher du trennst, desto einfacher.

Worauf du bei der Kontowahl achten solltest

  • Kontoführungsgebühren: Geschäftskonten kosten oft CHF 5–25/Monat. Vergleiche die Angebote — bei kleinem Volumen reicht oft ein günstiges Konto
  • QR-Rechnung / QR-IBAN: Prüfe, ob die Bank eine QR-IBAN vergibt. Die brauchst du, um QR-Rechnungen mit Referenznummer zu erstellen
  • E-Banking & Schnittstellen: Gutes E-Banking spart Zeit. Einige Banken bieten Exportfunktionen (CSV, MT940), die du in deine Buchhaltungssoftware importieren kannst
  • Zahlungsverkehr: Achte auf die Kosten für Überweisungen, Daueraufträge und allfällige Kartenzahlungen
AnbieterTypKosten ca.QR-IBAN
PostFinance BusinessTraditionellCHF 9–18/Mt.Ja
ZKB KMU-KontoTraditionellCHF 10–20/Mt.Ja
Raiffeisen GeschäftskontoTraditionellCHF 8–15/Mt.Ja
Neon BusinessNeobankCHF 0 (Basis)Ja
YuhNeobankCHF 0Nein (nur IBAN)

Tipp: Eröffne das Konto, bevor du deine erste Rechnung stellst. So kannst du von Anfang an die richtige Bankverbindung angeben und musst später nichts korrigieren.



02Belege ab Tag 1 erfassen

Die Belegpflicht gehört zu den meistunterschätzten Themen bei Freelancern. Dabei ist sie glasklar: Gemäss Art. 958f OR musst du alle Geschäftsbelege 10 Jahre lang aufbewahren. Das gilt für Rechnungen, Quittungen, Kontoauszüge, Verträge und alles, was eine Geschäftstransaktion dokumentiert.

Die gute Nachricht: Seit der Revision des OR ist die digitale Aufbewahrung gleichwertig zum Papierbeleg — solange die Lesbarkeit und Unveränderbarkeit gewährleistet sind. Konkret heisst das: Scanne oder fotografiere deine Belege und speichere sie systematisch ab. Mehr Details dazu findest du im Artikel Belege aufbewahren in der Schweiz.

Der einfachste Workflow für Belege

1
Beleg erhalten

Egal ob Papierquittung, PDF per E-Mail oder Online-Rechnung — sammle alles sofort an einem Ort.

2
Sofort scannen / fotografieren

Papierbelege direkt mit dem Smartphone abfotografieren. Nicht stapeln und «später machen» — das ist der grösste Fehler.

3
Kategorisieren und zuordnen

Jeder Beleg braucht ein Datum, einen Betrag und eine Kategorie (z.B. Büromaterial, Software, Reise). In einzly passiert das automatisch per KI-Beleg-Scanner.

4
Ablegen

Digital in der Buchhaltungssoftware oder in einer klaren Ordnerstruktur (z.B. nach Monat und Kategorie). Papierbelege zusätzlich in einem Ordner aufbewahren.

Keine Belege = kein AbzugOhne Beleg kannst du eine Ausgabe steuerlich nicht geltend machen — selbst wenn du sie tatsächlich getätigt hast. Die Steuerbehörde akzeptiert nur dokumentierte Aufwände. Beginne darum konsequent ab dem ersten Tag.


03Deine erste Rechnung erstellen

Die erste Rechnung ist ein Meilenstein — und gleichzeitig eine Stolperfalle. Denn in der Schweiz gibt es klare Pflichtangaben auf Rechnungen, die du von Anfang an beachten solltest. Fehlen sie, kann der Kunde die Zahlung verzögern oder die Vorsteuer nicht abziehen.

Was auf jede Rechnung gehört

  1. Vollständiger Name und Adresse des Rechnungsstellers (dein Firmenname / dein Name)
  2. Name und Adresse des Kunden
  3. Rechnungsdatum und eindeutige Rechnungsnummer (fortlaufend)
  4. Leistungsbeschreibung: Was wurde geliefert oder geleistet? Zeitraum der Leistung
  5. Betrag: Einzelpositionen, Menge, Einheitspreis, Gesamtbetrag
  6. MWST-Angaben: Falls MWST-pflichtig: MWST-Nummer, MWST-Satz und MWST-Betrag. Falls nicht: Vermerk «ohne MWST» oder «MWST-befreit»
  7. Zahlungsbedingungen: Fälligkeitsdatum oder Zahlungsfrist (z.B. 30 Tage netto)
  8. Bankverbindung: IBAN (idealerweise als QR-Rechnung mit QR-IBAN und Referenznummer)
QR-Rechnung nicht vergessenSeit 2022 ist der rote Einzahlungsschein abgeschafft. Verwende stattdessen die QR-Rechnung mit Zahlteil und Empfangsschein. Das beschleunigt die Zahlung und reduziert Fehler. In einzly wird die QR-Rechnung automatisch generiert.

Typische Anfängerfehler bei der ersten Rechnung

  • Keine fortlaufende Rechnungsnummer (z.B. einfach «Rechnung 1» statt «2026-001»)
  • Leistungszeitraum fehlt — besonders bei Stundenabrechnungen wichtig
  • MWST-Vermerk vergessen (auch wenn du nicht MWST-pflichtig bist, solltest du das angeben)
  • Zahlungsfrist nicht definiert — ohne klare Frist zahlst du die Konsequenzen
  • Bankverbindung ohne QR-Zahlteil — macht es dem Kunden unnötig schwer


04Einnahmen und Ausgaben sauber trennen

Als Einzelunternehmer mit weniger als CHF 500'000 Jahresumsatz darfst du die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (EAR) führen — die einfachste gesetzeskonforme Form der Buchführung gemäss OR Art. 957. Statt Bilanz und Erfolgsrechnung dokumentierst du nur: Was kommt rein, was geht raus.

Grundstruktur deiner Buchhaltung

KategorieBeispiele
EinnahmenHonorare, Beratungsleistungen, Projektpauschalen, Lizenzen
Ausgaben: BetriebSoftware, Hosting, Telefon, Internet, Büromaterial
Ausgaben: ArbeitsplatzMiete (anteilig Homeoffice), Co-Working, Mobiliar
Ausgaben: Reise & FahrtÖV-Abos, Kilometergeld, Parkgebühren, Hotelübernachtungen
Ausgaben: Versicherung & VorsorgeBerufshaftpflicht, Krankentaggeld, Säule 3a
Ausgaben: MarketingWebsite, Visitenkarten, Inserate, Domain, Werbung
Ausgaben: WeiterbildungKurse, Fachliteratur, Konferenzen, Zertifizierungen

Am Ende des Jahres ergibt die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben deinen Gewinn — und genau der wird besteuert. Je sauberer du kategorisierst, desto einfacher wird die Steuererklärung. Details zur Gewinnberechnung findest du im Artikel Steuern als Freelancer.

15 Minuten pro Woche reichenWenn du Belege laufend erfasst und Rechnungen direkt in der Software erstellst, brauchst du für die laufende Buchhaltung etwa 15 Minuten pro Woche. Der Trick: Nicht aufschieben, sondern zur Routine machen.


05Tool-Setup: Was du wirklich brauchst

Im Netz findest du Listen mit 10+ Tools für Freelancer. Die Realität: Du brauchst am Anfang genau ein gutes Tool, das die Kernaufgaben abdeckt. Alles andere ist Nice-to-have.

Die Kernaufgaben deiner Buchhaltungssoftware

  • Rechnungen erstellen — mit QR-Rechnung, Pflichtangaben und professionellem Layout
  • Ausgaben erfassen — mit Belegfoto, Kategorisierung und MWST-Zuordnung
  • Einnahmen tracken — automatische Zuordnung von Zahlungseingängen
  • MWST-Abrechnung — falls du die MWST-Grenze erreichst: Abrechnung auf Knopfdruck
  • Jahresabschluss — Einnahmen-Ausgaben-Übersicht für die Steuererklärung

einzly deckt all diese Aufgaben in einer einzigen Anwendung ab — speziell entwickelt für Schweizer Freelancer und Einzelunternehmer. Rechnungen mit QR-Zahlteil, KI-gestützter Beleg-Scanner, automatische MWST-Berechnung und ein übersichtliches Dashboard mit deinen Zahlen.

Statt fünf verschiedene Tools zusammenzuflicken (Rechnungstool + Excel + Beleg-App + Scanner + Steuerordner), hast du alles an einem Ort. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch Fehlerquellen — weil Einnahmen, Ausgaben und Belege automatisch verknüpft sind.



06Typische Anfängerfehler vermeiden

Diese fünf Fehler sehen wir bei Freelancern immer wieder — und sie sind alle vermeidbar:

1
Privat und Geschäft vermischen

Ohne separates Geschäftskonto wird jede Buchung zum Rätsel. Welche Zahlung war privat, welche geschäftlich? Trenne von Anfang an — auch wenn es «nur» ein paar Rechnungen pro Monat sind.

2
Belege nicht sofort erfassen

Der Kassenzettel vom Büromaterial landet in der Hosentasche und ist nach zwei Wochen unleserlich. Mach es dir zur Gewohnheit: Beleg erhalten, sofort fotografieren, fertig.

3
MWST-Grenze verpassen

Wer die CHF 100'000 Umsatzgrenze überschreitet, muss sich rückwirkend registrieren und MWST nachzahlen. Behalte deinen Umsatz im Blick — besonders im ersten Jahr mit viel Auftragsvolumen.

4
Keine Rücklagen für Steuern

Als Freelancer zahlst du Einkommenssteuer, AHV-Beiträge und allenfalls MWST selbst. Lege von jeder Einnahme 25–30% auf ein separates Sparkonto. Sonst kommt das böse Erwachen mit der ersten Steuerrechnung.

5
Zu spät mit der Buchhaltung starten

«Ich mache das dann Ende Jahr» — dieser Satz führt zuverlässig zu Chaos. Wer die Buchhaltung erst im Januar für das Vorjahr macht, vergisst Belege, verwechselt Posten und braucht ein Vielfaches der Zeit.



07Deine Buchhaltungs-Routine als Freelancer

Buchhaltung muss kein Zeitfresser sein — wenn du sie regelmässig machst. Hier ist eine Übersicht, was du wie oft tun solltest:

RhythmusAufgabeZeitaufwand
LaufendBelege sofort scannen und ablegen1–2 Min. pro Beleg
WöchentlichEinnahmen und Ausgaben kontrollieren, offene Rechnungen prüfen15 Min.
MonatlichBankabgleich, Mahnwesen prüfen, Gewinn-Übersicht checken30 Min.
QuartalsweiseMWST-Abrechnung (falls pflichtig), AHV-Akonto überweisen30–60 Min.
JährlichJahresabschluss erstellen, Steuererklärung vorbereiten, Belege archivieren2–4 Std.

In Summe sind das etwa 1–2 Stunden pro Monat für die laufende Buchhaltung — vorausgesetzt, du schiebst nichts auf. Mit einer guten Software wie einzly reduziert sich der Aufwand nochmals deutlich, weil Belege automatisch erkannt, Rechnungen in Sekunden erstellt und MWST-Abrechnungen vorbereitet werden.


Jetzt mit einzly starteneinzly ist die Buchhaltungssoftware für Schweizer Freelancer und Selbständige. QR-Rechnungen, Belege, Ausgaben, MWST und Jahresabschluss — alles in einer Anwendung. Kostenlos testen und in 30 Minuten startklar sein.


08Häufig gestellte Fragen

Gesetzlich vorgeschrieben ist es nicht. Aber ein separates Konto vereinfacht deine Buchhaltung massiv. Du siehst sofort, was geschäftlich und was privat ist — und bei einer Steuerprüfung musst du nicht deine privaten Kontobewegungen offenlegen.
10 Jahre ab Ende des Geschäftsjahres (Art. 958f OR). Das gilt für alle Geschäftsbelege: Rechnungen, Quittungen, Kontoauszüge, Verträge. Digitale Aufbewahrung ist gleichwertig, solange die Lesbarkeit gewährleistet ist. Mehr dazu: Belege aufbewahren in der Schweiz.
Sobald dein weltweiter Jahresumsatz CHF 100'000 erreicht oder voraussichtlich erreichen wird. Unterhalb dieser Grenze bist du befreit — kannst dich aber freiwillig registrieren. Details im Artikel MWST-Pflicht ab CHF 100'000.
Gesetzlich ja — die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung kann grundsätzlich in Excel geführt werden. Praktisch wird es aber schnell unübersichtlich: Keine QR-Rechnungen, kein Belegmanagement, keine automatische MWST-Berechnung. Eine spezialisierte Software spart Zeit und verhindert Fehler.
Die Preise variieren stark — von kostenlos (mit Einschränkungen) bis CHF 50+/Monat. einzly bietet ein kostenloses Startpaket und bezahlbare Pläne speziell für Schweizer Einzelunternehmer. Wichtig: Rechne die Zeitersparnis gegen die Kosten — eine gute Software zahlt sich schnell aus.
Nur wenn dein Jahresumsatz CHF 500'000 übersteigt oder du im Handelsregister eingetragen bist (bei Einzelfirmen ab CHF 100'000 Umsatz Pflicht). Darunter genügt die einfache Buchführung mit Einnahmen, Ausgaben und Vermögensnachweis.
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