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Schweizer Kontenrahmen KMU: Übersicht als PDF

Der Treuhänder schreibt: «Buch das bitte auf 6500.» Wer zum ersten Mal eine GmbH-Buchhaltung sieht, fragt sich, was diese Nummern bedeuten. Hier ist die Antwort – mit allen Klassen, den gebräuchlichen Konten und zwei PDFs zum Ausdrucken.

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einzly Redaktion
Steuer- & Finanzredaktion
7 Min. Lesezeit
1. Nov. 2026
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Lea Brunner hat vor drei Monaten ihre Brunner Digital GmbH gegründet. Die erste Rechnung ist bezahlt, die erste Miete abgebucht, und der Treuhänder hat ihr eine Liste mit Kontonummern geschickt: 1020, 1100, 2000, 3400, 6000. Sie soll ab jetzt jeden Beleg einem dieser Konten zuordnen. Die Nummern wirken willkürlich – sind sie aber nicht. Dahinter steckt ein System, das jede Schweizer Buchhaltung gleich aufbaut: der Schweizer Kontenrahmen KMU.

Dieser Artikel erklärt das System in zehn Minuten. Du bekommst die Logik der Nummern, die Liste der gebräuchlichen Konten und zwei PDFs: den vollständigen Kontenrahmen zum Nachschlagen und einen schlanken Kontenplan für kleine Firmen.


01Der Kontenrahmen – kurz erklärt

Der Kontenrahmen ist eine Ordnung für alle Konten einer Buchhaltung. Jedes Konto hat eine vierstellige Nummer, und die erste Ziffer sagt, wohin das Konto gehört: Die Klassen 1 und 2 bilden die Bilanz (was die Firma besitzt und was sie schuldet), die Klassen 3 bis 8 die Erfolgsrechnung (was sie verdient und ausgibt), die Klasse 9 den Abschluss.

KlasseInhaltBeispiel
1Aktiven – Vermögen1020 Bankguthaben, 1100 Debitoren, 1530 Fahrzeuge
2Passiven – Schulden und Eigenkapital2000 Kreditoren, 2200 geschuldete MWST, 2800 Stammkapital
3Betrieblicher Ertrag3400 Dienstleistungserlöse, 3200 Handelserlöse
4Material-, Waren- und Dienstleistungsaufwand4200 Handelswarenaufwand, 4400 Fremdleistungen
5Personalaufwand5000 Lohnaufwand, 5700 Sozialversicherungen
6Übriger Betriebsaufwand, Abschreibungen, Finanzergebnis6000 Miete, 6500 Verwaltungsaufwand, 6900 Zinsen
7Betrieblicher Nebenerfolg7000 Ertrag Nebenbetrieb
8Betriebsfremd, ausserordentlich, Steuern8900 Direkte Steuern
9Abschluss9200 Jahresgewinn oder Jahresverlust

Der Kontenrahmen ist kein Gesetz. Das Obligationenrecht schreibt vor, dass eine GmbH oder AG eine Bilanz und eine Erfolgsrechnung führt (Art. 957 ff. OR) – wie die Konten heissen und nummeriert sind, lässt es offen. Den Standard hat der Fachverband veb.ch gesetzt. Weil ihn alle Treuhänder und Buchhaltungsprogramme verwenden, versteht jeder sofort, was auf Konto 6500 gebucht wurde, egal welche Firma.


02Zwei Vorlagen zum Herunterladen

Die vollständige Übersicht mit 107 Konten eignet sich zum Nachschlagen und für Treuhänder. Für den Alltag einer kleinen GmbH oder AG reichen 44 Konten – das zweite PDF zeigt genau diese. Beide verwenden dieselben Nummern; wächst die Firma, kommen einfach Konten dazu.

Vorschau der ersten Seite des PDFs «Schweizer Kontenrahmen KMU» mit Erklärung und den Klassen 1 und 2
Vollständiger Kontenrahmen KMU: Klassen, Gruppen und Konten auf zwei Seiten
PDF: Schweizer Kontenrahmen KMU (vollständig)

107 Konten nach Klassen und Gruppen, mit kurzer Erklärung und Markierung der Konten für kleine Firmen. Stand 2. Auflage 2023.

Vorschau des PDFs «Kontenplan für kleine Firmen» mit den wichtigsten Konten auf einer Seite
Kontenplan für kleine Firmen: eine Seite, die im Alltag reicht
PDF: Kontenplan für kleine Firmen

44 Konten aus dem Kontenrahmen KMU – Bank, Debitoren, Kreditoren, MWST, Erlöse, die wichtigsten Aufwandarten, Abschreibungen, Zinsen, Steuern.


03So liest du eine Kontonummer

Jede Nummer wird von links nach rechts feiner. Am Beispiel von Leas Bankkonto:

  • 1 – Klasse: Aktiven, also Vermögen der Firma
  • 10 – Hauptgruppe: Umlaufvermögen, Vermögen, das kurzfristig verfügbar ist
  • 100 – Gruppe: Flüssige Mittel, Kasse und Bank
  • 1020 – Konto: Bankguthaben

Dieselbe Logik gilt überall: 6000 ist Raumaufwand (6 übriger Betriebsaufwand, 60 Raumaufwand), 6500 Verwaltungsaufwand, 6900 Finanzaufwand. Wer die ersten zwei Ziffern kennt, findet sich in jeder Buchhaltung zurecht.

Kontenrahmen oder Kontenplan?Der Kontenrahmen ist die Vorlage mit allen möglichen Konten. Der Kontenplan ist die Auswahl, die deine Firma tatsächlich benutzt – bei einer kleinen GmbH 30 bis 50 Konten. Du musst keine Konten eröffnen, die du nie brauchst.

04Die Konten im Überblick

Die folgenden Tabellen entsprechen dem vollständigen PDF. Die Bezeichnungen sind die gebräuchliche Kurzform; das Buch von veb.ch führt unter jeder Nummer noch feinere Unterkonten.

Klasse 1 – Aktiven

KontoBezeichnung
10Umlaufvermögen
1000Kasse
1020Bankguthaben
1060Wertschriften (kurzfristig)
1069Wertberichtigungen Wertschriften
1100Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Debitoren)
1109Wertberichtigungen Forderungen (Delkredere)
1140Vorschüsse und Darlehen
1170Vorsteuer MWST: Material, Waren, Dienstleistungen, Energie
1171Vorsteuer MWST: Investitionen, übriger Betriebsaufwand
1176Verrechnungssteuer
1180Forderungen gegenüber Sozialversicherungen
1190Sonstige kurzfristige Forderungen
1200Handelswaren
1210Rohstoffe
1260Fertige Erzeugnisse
1270Unfertige Erzeugnisse
1280Nicht fakturierte Dienstleistungen
1300Aktive Rechnungsabgrenzung: bezahlter Aufwand des Folgejahres
1301Aktive Rechnungsabgrenzung: noch nicht erhaltener Ertrag
14Anlagevermögen
1400Wertschriften (langfristig)
1440Darlehen
1441Hypotheken
1480Beteiligungen
1500Maschinen und Apparate
1509Wertberichtigungen Maschinen und Apparate
1510Mobiliar und Einrichtungen
1519Wertberichtigungen Mobiliar und Einrichtungen
1520Büromaschinen, Informatik, Kommunikationstechnologie
1529Wertberichtigungen Büromaschinen, Informatik
1530Fahrzeuge
1539Wertberichtigungen Fahrzeuge
1540Werkzeuge und Geräte
1600Geschäftsliegenschaften
1609Wertberichtigungen Geschäftsliegenschaften
1700Patente, Know-how, Lizenzen, Rechte
1770Goodwill

Klasse 2 – Passiven

KontoBezeichnung
20Kurzfristiges Fremdkapital
2000Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Kreditoren)
2030Erhaltene Anzahlungen
2100Bankverbindlichkeiten (kurzfristig)
2120Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
2200Geschuldete MWST (Umsatzsteuer)
2201Abrechnungskonto MWST
2206Verrechnungssteuer
2208Direkte Steuern
2210Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
2270Sozialversicherungen und Vorsorgeeinrichtungen
2300Passive Rechnungsabgrenzung: noch nicht bezahlter Aufwand
2301Passive Rechnungsabgrenzung: erhaltener Ertrag des Folgejahres
2330Kurzfristige Rückstellungen
24Langfristiges Fremdkapital
2400Bankverbindlichkeiten (langfristig)
2420Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
2450Darlehen
2451Hypotheken
2500Übrige langfristige Verbindlichkeiten
2630Langfristige Rückstellungen
28Eigenkapital
2800Aktien-, Stamm- oder Gesellschafterkapital
2820Kapitaleinlagen und Kapitalrückzüge (Einzelunternehmen)
2850Privat (Einzelunternehmen)
2900Gesetzliche Kapitalreserve
2950Gesetzliche Gewinnreserve
2960Freiwillige Gewinnreserven
2970Gewinnvortrag oder Verlustvortrag
2979Jahresgewinn oder Jahresverlust

Klasse 3 – Betrieblicher Ertrag

KontoBezeichnung
30Erlöse
3000Produktionserlöse
3200Handelserlöse
3400Dienstleistungserlöse
3600Übrige Erlöse aus Lieferungen und Leistungen
3700Eigenleistungen
3710Eigenverbrauch
3800Erlösminderungen (Skonti, Rabatte)
3805Verluste aus Forderungen (Debitoren), Veränderung Delkredere
3900Bestandesänderungen fertige Erzeugnisse
3901Bestandesänderungen unfertige Erzeugnisse
3940Bestandesänderungen nicht fakturierte Dienstleistungen

Klasse 4 – Material, Waren, Dienstleistungen, Energie

KontoBezeichnung
40Material-, Waren- und Dienstleistungsaufwand
4000Materialaufwand Produktion
4200Handelswarenaufwand
4400Aufwand für bezogene Dienstleistungen (Fremdleistungen)
4500Energieaufwand zur Leistungserstellung
4900Bestandesänderungen Material und Handelswaren

Klasse 5 – Personalaufwand

KontoBezeichnung
50Personalaufwand
5000Lohnaufwand
5700Sozialversicherungsaufwand (AHV, IV, EO, ALV, BVG, UVG)
5800Übriger Personalaufwand (Weiterbildung, Spesen, Inserate)
5900Leistungen Dritter (Temporärpersonal)

Klasse 6 – Übriger Betriebsaufwand, Abschreibungen, Finanzergebnis

KontoBezeichnung
60Betriebsaufwand
6000Raumaufwand (Miete)
6100Unterhalt, Reparaturen, Ersatz mobile Sachanlagen
6105Leasingaufwand mobile Sachanlagen
6200Fahrzeug- und Transportaufwand
6260Fahrzeugleasing und -mieten
6300Sachversicherungen, Abgaben, Gebühren, Bewilligungen
6400Energie- und Entsorgungsaufwand
6500Verwaltungsaufwand (Büromaterial, Telefon, Treuhand)
6570Informatikaufwand inkl. Leasing
6600Werbeaufwand
6700Sonstiger betrieblicher Aufwand
68Abschreibungen und Wertberichtigungen
6800Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Anlagevermögen
69Finanzaufwand und Finanzertrag
6900Finanzaufwand (Zinsen, Bankspesen)
6950Finanzertrag

Klassen 7 bis 9 – Nebenerfolg, Betriebsfremdes, Steuern, Abschluss

KontoBezeichnung
70Nebenbetriebe und betriebliche Liegenschaften
7000Ertrag Nebenbetrieb
7010Aufwand Nebenbetrieb
7502Mietzinseinnahmen betriebliche Liegenschaft
7510Aufwand betriebliche Liegenschaft (Hypothekarzinsen)
80Betriebsfremd und ausserordentlich
8000Betriebsfremder Aufwand
8100Betriebsfremder Ertrag
8500Ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand
8510Ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Ertrag
89Direkte Steuern
8900Direkte Steuern (Gewinn- und Kapitalsteuern)
92Gewinnverwendung
9200Jahresgewinn oder Jahresverlust

05Fünf Buchungen aus dem Alltag

So sehen Leas erste Geschäftsfälle mit den Konten aus dem Kontenplan aus. Links steht immer das Konto, das etwas erhält (Soll), rechts das Konto, das etwas abgibt (Haben) – ausführlich erklärt im Artikel Soll und Haben einfach erklärt.

GeschäftsfallSollHabenBetrag
Rechnung an Kunden gestellt1100 Debitoren3400 DienstleistungserlöseCHF 4'800
Kunde bezahlt die Rechnung1020 Bankguthaben1100 DebitorenCHF 4'800
Büromiete per Bank bezahlt6000 Raumaufwand1020 BankguthabenCHF 1'500
Lohn an Mitarbeiterin überwiesen5000 Lohnaufwand1020 BankguthabenCHF 5'200
Zins für den Bankkredit belastet6900 Finanzaufwand1020 BankguthabenCHF 180

Bei MWST-pflichtigen Firmen kommen die Konten 2200 (geschuldete MWST auf Erlösen) und 1170/1171 (Vorsteuer auf Einkäufen) dazu. Im Alltag übernimmt das die Software – wichtig ist nur, dass die Konten im Plan vorhanden sind.


06Wer braucht den Kontenrahmen – und wer nicht?

GmbH und AG führen eine doppelte Buchhaltung mit Bilanz und Erfolgsrechnung. Dort ist der Kontenrahmen die Grundlage – entweder im Kopf des Treuhänders oder in der Software. Wie viel du davon selbst machen kannst, zeigt der Artikel GmbH-Buchhaltung selber machen.

Einzelfirmen unter CHF 500'000 Umsatz brauchen ihn nicht. Sie führen eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und ordnen Ausgaben Kategorien zu, die direkt dem Steuerformular entsprechen – ohne Kontonummern. Wie das geht, steht im Artikel Einnahmen-Ausgaben-Rechnung.

So macht es einzly BusinessBei einzly Business ist der Kontenplan aus dem Schweizer Kontenrahmen KMU bereits hinterlegt. Du buchst keine Soll- und Haben-Sätze, sondern erfasst Ereignisse – Rechnung gestellt, Miete bezahlt, Lohn überwiesen – und die Software setzt die Konten. Bilanz und Erfolgsrechnung entstehen daraus automatisch, nach genau den Nummern aus diesem Artikel.

07Häufige Fragen

Nein. Gesetzlich vorgeschrieben sind Bilanz und Erfolgsrechnung mit bestimmten Mindestpositionen, nicht die Kontonummern. Der Kontenrahmen KMU ist der Standard, an den sich praktisch alle halten – darum lohnt es sich, ihn zu verwenden: Treuhänder, Revisionsstelle und Software sprechen dieselbe Sprache.
Der Kontenrahmen ist die vollständige Vorlage von veb.ch. Der Kontenplan ist die Auswahl, die eine bestimmte Firma benutzt. Unser PDF «Kontenplan für kleine Firmen» ist ein solcher Auszug.
Die Neuauflage berücksichtigt die Aktienrechtsreform, die seit 1. Januar 2023 gilt – unter anderem bei den Eigenkapitalkonten (Kapitalreserven, Gewinnreserven) und bei den Angaben zum Kapitalverlust und zur Überschuldung. Die Nummernlogik ist dieselbe geblieben.
Der Vorgänger aus den 1940er-Jahren von Karl Käfer. Der Schweizer Kontenrahmen KMU hat ihn 1996 abgelöst. Alte Lehrmittel und sehr alte Buchhaltungen verwenden teilweise noch Käfer-Nummern – für eine neue Firma spielt er keine Rolle.
Das Buch «Schweizer Kontenrahmen KMU» von Mattle, Helbling und Pfaff (Verlag SKV) enthält alle Konten mit Erläuterungen. Eine Kurzfassung stellt das KMU-Portal des Bundes (kmu.admin.ch) gratis bereit. Unsere PDFs oben sind eine Zusammenstellung der gebräuchlichen Konten daraus.
Ja. Der Kontenrahmen lässt in jeder Gruppe Nummern frei. Eine Firma mit zwei Bankkonten führt zum Beispiel 1020 und 1021; eine mit mehreren Geschäftsbereichen 3400, 3401 und 3402. Wichtig ist nur, dass die neue Nummer in der richtigen Gruppe liegt.

QuellenSchweizer Kontenrahmen KMU, Mattle/Helbling/Pfaff, Verlag SKV, 2. Auflage 2023 (Kapitel 2) · Kontenrahmen KMU, KMU-Portal des SECO (kmu.admin.ch) · Art. 957 ff. OR (SR 220). Die PDFs sind eine Zusammenstellung der gebräuchlichen Konten; die vollständige Fassung mit Unterkonten und Erläuterungen bleibt dem Buch vorbehalten.
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