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Buchhaltung

Soll und Haben einfach erklärt – und warum du nie mehr selbst kontierst

«1020 an 1100, CHF 2'162.» Für viele Gründerinnen und Gründer klingt Buchhaltung wie ein Geheimcode. In zehn Minuten verstehst du, was dahintersteckt: das Prinzip, die vier Kontenarten und vier Buchungen aus dem Alltag. Und am Schluss, warum du diese Sätze in einzly Business trotzdem nie selbst schreiben musst.

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einzly Redaktion
Steuer- & Finanzredaktion · einzly
6 Min. Lesezeit
22. Okt. 2026
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Soll und HabenDoppelte BuchhaltungBuchungssätze

Jonas Meier (ein erfundenes Beispiel) hat vor drei Monaten seine Schreinerei-GmbH gegründet. Beim ersten Treffen sagt der Treuhänder: «Die Kundenzahlung buchen wir dann 1020 an 1100.» Jonas nickt und versteht kein Wort. Zuhause googelt er «Soll und Haben» und landet in einem Lehrbuch für Kaufleute.

Dabei ist das Prinzip einfacher, als es klingt. Hier ist es, ohne Lehrbuchdeutsch.

01Das Prinzip in einem Satz

Jeder Franken kommt irgendwoher und geht irgendwohin. Deshalb berührt jede Buchung immer zwei Konten: eines im Soll (links) und eines im Haben (rechts), mit demselben Betrag. Darum heisst es «doppelte» Buchhaltung, und darum gehen am Ende Soll und Haben immer genau auf.

Ein Buchungssatz liest sich immer gleich: Soll-Konto an Haben-Konto, Betrag. «1020 an 1100» heisst also: Auf dem Konto 1020 (Bank) steht der Betrag im Soll, auf 1100 (Forderungen) im Haben.


02Die vier Kontenarten

Ob ein Betrag ins Soll oder ins Haben gehört, hängt nur davon ab, welche Art Konto es ist. Der Schweizer Kontenrahmen KMU ordnet alle Konten so: Vermögen und Aufwand stehen auf der Soll-Seite, Schulden, Eigenkapital und Ertrag auf der Haben-Seite.

KontenartBeispieleZunahmeAbnahme
Aktiven (was die Firma hat)Bank, Kasse, Forderungen gegenüber KundenSollHaben
Passiven (was die Firma schuldet, inkl. Eigenkapital)Lieferantenschulden, geschuldete MWST, StammkapitalHabenSoll
Aufwand (was die Firma verbraucht)Material, Miete, Löhne, BüromaterialSollHaben (nur bei Korrekturen)
Ertrag (was die Firma verdient)Erlöse aus Arbeiten und VerkäufenHabenSoll (nur bei Korrekturen)
Die EselsbrückeGeld kommt aufs Bankkonto? Bank ins Soll. Du hast etwas verdient? Ertrag ins Haben. Mehr musst du dir für den Anfang nicht merken.

03Vier Buchungen aus Jonas' Alltag

1. Jonas stellt eine Rechnung

Er baut einer Kundin einen Einbauschrank und verrechnet CHF 2'000 plus 8.1 % MWST, total CHF 2'162. Noch ist kein Geld geflossen, aber die Kundin schuldet ihm den Betrag. Seine Forderungen wachsen (Aktiven, also Soll), sein Ertrag wächst (Haben), und die MWST schuldet er dem Bund (Passiven, also Haben).

SollHabenBetrag
1100 Forderungen Schweiz3400 Bruttoerlöse DienstleistungCHF 2'000.00
1100 Forderungen Schweiz2200 Geschuldete MWSTCHF 162.00

2. Die Kundin bezahlt

Zwei Wochen später sind die CHF 2'162 auf dem Bankkonto. Die Bank wächst (Soll), die Forderung ist erledigt und nimmt ab (Haben). Das ist genau der Satz, den Jonas nicht verstanden hat.

SollHabenBetrag
1020 Bank (Kontokorrent)1100 Forderungen SchweizCHF 2'162.00

3. Eine Rechnung für Büromaterial trifft ein

Jonas bestellt Ordner und Druckerpapier für CHF 100 plus MWST, total CHF 108.10, auf Rechnung. Der Aufwand wächst (Soll), die Vorsteuer, die er vom Bund zurückholt, ebenfalls (Soll). Dafür schuldet er dem Lieferanten den ganzen Betrag (Haben).

SollHabenBetrag
6500 Büromaterial2004 Verbindlichkeiten für übrigen betrieblichen AufwandCHF 100.00
1171 Vorsteuer übriger Betriebsaufwand2004 Verbindlichkeiten für übrigen betrieblichen AufwandCHF 8.10

4. Jonas bezahlt den Lieferanten

Die Schuld beim Lieferanten nimmt ab (Soll), das Geld auf der Bank auch (Haben).

SollHabenBetrag
2004 Verbindlichkeiten für übrigen betrieblichen Aufwand1020 Bank (Kontokorrent)CHF 108.10

Vier Vorgänge, sechs Buchungszeilen. In jeder Zeile steht derselbe Betrag einmal links und einmal rechts. Rechne nach: Soll und Haben ergeben zusammen je CHF 4'540.20.


04Wo es im Alltag schwierig wird

Das Prinzip ist simpel. Kompliziert wird es an drei Stellen:

  • Das richtige Konto finden. Der Kontenrahmen KMU hat Hunderte Konten. Ist die Druckerpatrone Büromaterial oder Informatikaufwand? Die Vorsteuer auf Material oder auf übrigem Aufwand?
  • Die MWST aufteilen. Jede Rechnung mit MWST braucht eine zusätzliche Zeile, und je nach Methode sieht sie anders aus.
  • Der Lohn. Bruttolohn, AHV-, ALV- und BVG-Abzüge, Arbeitgeberbeiträge: Aus einer einzigen Lohnzahlung werden schnell fünf bis acht Buchungszeilen.

Genau hier passieren die Fehler, die der Treuhänder am Jahresende teuer korrigiert.


05So geht es in einzly Business: Was ist passiert?

In einzly Business schreibst du keine Buchungssätze. Du sagst nur, was passiert ist, und einzly macht daraus die richtigen Zeilen im Soll und im Haben, nach Kontenrahmen KMU und mit der MWST.

Was du in einzly tustWas einzly bucht
Rechnung erstellen und versendenForderung, Erlös und geschuldete MWST (Beispiel 1)
Bankauszug einlesen, Zahlung der Rechnung zuordnenBank an Forderungen (Beispiel 2)
Lieferantenrechnung fotografieren und erfassenAufwand und Vorsteuer an Lieferantenschuld (Beispiel 3)
«Lieferant bezahlt»Lieferantenschuld an Bank (Beispiel 4)
«Lohn ausbezahlt»Bruttolohn, Abzüge und Arbeitgeberbeiträge auf den richtigen Konten
«Dividende ausgeschüttet»Gewinnverwendung, Verrechnungssteuer und Auszahlung
Trotzdem eine echte doppelte BuchhaltungEine GmbH muss eine doppelte Buchhaltung führen (Art. 957 OR). einzly Business tut genau das: Jede Buchung steht im Journal mit Soll, Haben und Beleg. Dein Treuhänder sieht alles so, wie er es gewohnt ist. Der Unterschied ist nur, dass du die Sätze nicht selbst schreiben musst.

Mehr dazu, wie die Ereignisse funktionieren, steht im Beitrag Doppelte Buchhaltung für GmbH & AG. Was du sonst noch selbst erledigen kannst, zeigt GmbH-Buchhaltung selber machen.

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06Quellen und Rechtsgrundlagen

  • Obligationenrecht (OR, SR 220): Art. 957 (Pflicht zur doppelten Buchhaltung für juristische Personen). Fedlex, abgerufen 22.10.2026
  • Mehrwertsteuergesetz (MWSTG, SR 641.20): Art. 25 (Normalsatz 8.1 %)
  • Schweizer Kontenrahmen KMU, Mattle/Helbling/Pfaff, Verlag SKV, 2. Auflage 2023, S. 23 (Übersicht der Kontenklassen nach Soll und Haben), S. 24–26, 35, 43 und 61 (Konten 1020, 1100, 1171, 2004, 2200, 3400, 6500)

07Häufige Fragen

Es sind die beiden Seiten eines Kontos: Soll links, Haben rechts. Jede Buchung trägt denselben Betrag auf einem Konto ins Soll und auf einem anderen ins Haben ein. Welche Seite eine Zunahme ist, hängt von der Kontenart ab.
Weil die Bank ein Aktivkonto ist, also Vermögen. Bei Aktivkonten steht jede Zunahme im Soll. Das wirkt am Anfang verkehrt, weil «Haben» nach Besitz klingt, ist aber reine Konvention.
Weil jede Buchung denselben Betrag einmal links und einmal rechts einträgt. Stimmen die Summen nicht überein, ist irgendwo ein Fehler passiert.
Nein. Du solltest das Prinzip verstehen, damit du die Zahlen deiner Firma lesen kannst. Die Buchungssätze selbst kann eine Software wie einzly Business für dich schreiben, und der Treuhänder prüft den Abschluss.
Ja. Jedes Ereignis erzeugt normale Buchungen im Journal, mit Konto, Soll, Haben und Beleg. Der Treuhänder bekommt einen kostenlosen Zugang und sieht die Buchhaltung so, wie er sie gewohnt ist.
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