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Säule 3a für Selbständige: Maximale Abzüge, Tipps & Anbieter 2026

Säule 3a als Selbständiger in der Schweiz optimal nutzen: Maximalbeiträge 2026 (CHF 7'258 bzw. CHF 36'288), steuerliche Vorteile, Anbieter-Vergleich und Bezugsmöglichkeiten.

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einzly Redaktion
Steuer- & Finanzredaktion
8 Min. Lesezeit
2. März 2026

Die Säule 3a ist für Selbständige in der Schweiz eines der wirksamsten Instrumente zur Altersvorsorge und Steueroptimierung. Im Unterschied zu Angestellten haben Selbständige ohne BVG-Anschluss die Möglichkeit, bis zu CHF 36'288 pro Jahr einzuzahlen — das ist fast fünfmal mehr als bei Personen mit Pensionskasse. In diesem Artikel erfährst du alles über die Maximalbeiträge 2026, die steuerlichen Vorteile, den Unterschied zwischen Bank- und Versicherungslösung sowie praktische Tipps zur Optimierung.


01Gesetzliche Grundlage der Säule 3a

Die Säule 3a (gebundene Selbstvorsorge) ist im Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG Art. 82) und in der Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen (BVV3) geregelt. Sie bildet die dritte Säule des Schweizer Vorsorgesystems — neben der staatlichen Vorsorge (1. Säule: AHV/IV) und der beruflichen Vorsorge (2. Säule: BVG).

Das Ziel der Säule 3a ist klar: Erwerbstätige sollen eigenverantwortlich für das Alter vorsorgen können und dafür steuerliche Anreize erhalten. Für Selbständige ist die Säule 3a besonders wichtig, weil sie oft keine obligatorische Pensionskasse haben — ein freiwilliger BVG-Anschluss ist möglich, aber nicht Pflicht — und die AHV-Rente allein nicht für die Deckung des Lebensstandards reicht.

Wer darf in die Säule 3a einzahlen?Jede Person mit AHV-pflichtigem Erwerbseinkommen in der Schweiz kann in die Säule 3a einzahlen — also Angestellte, Selbständige und auch Personen, die nebenberuflich selbständig sind. Voraussetzung: Du musst AHV-Beiträge entrichten.


02Maximale Einzahlungen 2026: Kleiner und grosser 3a-Beitrag

Die Höhe deines maximalen 3a-Beitrags hängt davon ab, ob du einer Pensionskasse (BVG) angeschlossen bist oder nicht. Man unterscheidet zwischen dem «kleinen» und dem «grossen» 3a-Beitrag:

SituationMaximalbetrag 2026Gesetzliche Basis
Mit BVG-Anschluss (kleiner Beitrag)CHF 7'258BVV3 Art. 7 Abs. 1
Ohne BVG-Anschluss (grosser Beitrag)CHF 36'288 (max. 20% des Nettoeinkommens)BVV3 Art. 7 Abs. 2

Der kleine Beitrag gilt für alle Erwerbstätigen, die einer Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule angeschlossen sind — egal ob Angestellte oder Selbständige mit freiwilligem BVG. Der Betrag wird vom Bundesrat periodisch angepasst und orientiert sich an der Entwicklung der BVG-Obergrenze.

Der grosse Beitrag steht ausschliesslich Selbständigen ohne BVG-Anschluss zur Verfügung. Du darfst bis zu 20% deines jährlichen Nettoeinkommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit einzahlen, maximal aber CHF 36'288. Das Nettoeinkommen berechnet sich als Geschäftsgewinn abzüglich der AHV/IV/EO-Beiträge. Weitere Abzugsmöglichkeiten findest du im Artikel Steuern sparen als Einzelfirma.

Rechenbeispiel grosser BeitragDein Nettoeinkommen beträgt CHF 150'000. 20% davon = CHF 30'000. Da CHF 30'000 unter dem Maximum von CHF 36'288 liegt, kannst du CHF 30'000 einzahlen. Bei einem Nettoeinkommen von CHF 200'000 wären 20% = CHF 40'000 — hier greift die Obergrenze von CHF 36'288.


03Steuerliche Vorteile der Säule 3a

Die Säule 3a bietet drei steuerliche Vorteile, die sie zum effizientesten Vorsorge-Instrument machen:

  1. Einzahlung: Der gesamte Einzahlungsbetrag wird vom steuerbaren Einkommen abgezogen — bei Bund, Kanton und Gemeinde gleichzeitig
  2. Laufzeit: Kapitalerträge (Zinsen, Kursgewinne bei Wertschriftenlösungen) sind während der Laufzeit von der Einkommens- und Verrechnungssteuer befreit
  3. Bezug: Beim Bezug wird das Kapital separat und zu einem reduzierten Satz besteuert (Kapitalauszahlungssteuer, ca. 5–10% je nach Kanton und Betrag)

Konkrete Steuerersparnis

Die tatsächliche Steuerersparnis hängt von deinem Grenzsteuersatz ab, der je nach Kanton, Gemeinde und Einkommenshöhe variiert. Folgende Tabelle zeigt die ungefähre jährliche Ersparnis:

EinzahlungGrenzsteuersatz 25%Grenzsteuersatz 30%Grenzsteuersatz 35%
CHF 7'258 (kleiner Beitrag)CHF 1'815CHF 2'177CHF 2'540
CHF 20'000CHF 5'000CHF 6'000CHF 7'000
CHF 36'288 (grosser Beitrag)CHF 9'072CHF 10'886CHF 12'701

Bei einem Grenzsteuersatz von 30% und dem grossen Beitrag von CHF 36'288 sparst du also rund CHF 10'886 pro Jahr an Steuern. Mit unserem Säule-3a-Steuerrechner kannst du deine persönliche Ersparnis berechnen. Über 20 Jahre gerechnet sind das über CHF 200'000 — ohne Berücksichtigung des Zinseszinseffekts auf das angesparte Kapital.

Kapitalauszahlungssteuer einplanenBeim Bezug der Säule 3a fällt eine Kapitalauszahlungssteuer an. Diese liegt je nach Kanton zwischen 3% und 12% des Kapitals. Trotzdem resultiert ein klarer Steuervorteil, da die Steuerersparnis bei der Einzahlung in der Regel deutlich höher ist.


04Bank oder Versicherung: Anbieter-Vergleich

Für die Säule 3a stehen zwei grundsätzlich verschiedene Produkte zur Wahl: Banklösungen (3a-Konto oder Wertschriftenlösung) und Versicherungslösungen (gemischte Lebensversicherung oder fondsgebundene Police). Die Unterschiede sind erheblich:

KriteriumBank (Konto/Fonds)Versicherung (Police)
FlexibilitätHoch — jährliche Einzahlung frei wählbar (bis Maximum)Tief — fixe Jahresprämie über die gesamte Laufzeit
RenditeMarktabhängig (Wertschriften) oder tiefer Zins (Konto)Garantierter Minimalzins, tiefere Rendite bei fondsgebunden
KostenTief (TER ca. 0.3–1.0%)Höher (Abschluss- und Verwaltungskosten, oft intransparent)
RisikoabdeckungKeine — reine SparfunktionTod und Erwerbsunfähigkeit versichert
Vorzeitige AuflösungJederzeit bei gesetzlichen BezugsgründenRückkaufswert oft tiefer als einbezahlt (v.a. in den ersten Jahren)
Ideal fürFlexibilitätsbewusste SelbständigeSelbständige, die Risikoschutz suchen
Vorsicht bei VersicherungslösungenBei einer vorzeitigen Kündigung einer 3a-Versicherungspolice erhältst du oft deutlich weniger zurück, als du einbezahlt hast — insbesondere in den ersten 5–10 Jahren. Prüfe das Rückkaufswert-Szenario vor Abschluss genau. Für die meisten Selbständigen ist eine Banklösung flexibler und kostengünstiger.

Für den Risikoschutz (Tod, Invalidität) ist es in der Regel günstiger, separate Risikoversicherungen abzuschliessen, statt diese in eine 3a-Police einzubetten. So bleibst du beim Sparen flexibel und erhältst transparenten Versicherungsschutz.



05Bezug der Säule 3a: Wann und wie?

Das Kapital der Säule 3a ist grundsätzlich bis zum ordentlichen Rentenalter gebunden. Ein vorzeitiger Bezug ist nur in folgenden gesetzlich definierten Fällen möglich (BVV3 Art. 3):

  • Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit: Innerhalb eines Jahres nach dem Statuswechsel (Angestellter → Selbständiger)
  • Einkauf in die Pensionskasse: Der 3a-Betrag kann für einen BVG-Einkauf verwendet werden
  • Erwerb von selbstbewohntem Wohneigentum: Kauf oder Bau einer Immobilie, Amortisation einer Hypothek, Renovation
  • Definitive Ausreise aus der Schweiz: Wegzug ins Ausland (bei Wegzug in EU/EFTA nur den überobligatorischen Teil)
  • Bezug einer ganzen Invalidenrente: Bei voller IV-Rente
  • 5 Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter: Frühestens ab 60 (Frauen) bzw. 60 (Männer) — für Frauen mit Jahrgang 1961+ gilt Rentenalter 65
Gestaffelter Bezug spart SteuernLöse mehrere 3a-Konten über verschiedene Steuerjahre verteilt auf. Da die Kapitalauszahlungssteuer progressiv ist, fällt die Steuerbelastung bei kleineren Teilbezügen deutlich tiefer aus. Empfehlung: 3–5 separate 3a-Konten eröffnen und diese über 3–5 Jahre verteilt beziehen.

Bezug bei Aufnahme der Selbständigkeit

Wer sich selbständig macht und vorher als Angestellter 3a-Guthaben aufgebaut hat, kann dieses innerhalb eines Jahres nach dem Statuswechsel beziehen. Das kann als Startkapital für die Selbständigkeit dienen. Beachte aber: Du verlierst damit steuerlich privilegiertes Vorsorgekapital. Prüfe, ob du das Kapital wirklich benötigst oder ob eine andere Finanzierung sinnvoller ist.



06Tipps zur Optimierung der Säule 3a

1
Immer den Maximalbetrag einzahlen

Zahle jedes Jahr den vollen Maximalbetrag ein — auch in schwächeren Jahren. Nicht einbezahlte Beträge können nicht nachgeholt werden. Jedes verpasste Jahr ist eine verpasste Steuerersparnis und verpasster Zinseszins.

2
Mehrere 3a-Konten eröffnen

Eröffne 3–5 separate 3a-Konten bei verschiedenen Anbietern. Beim gestaffelten Bezug im Alter sparst du so bei der Kapitalauszahlungssteuer. Verteile die jährliche Einzahlung gleichmässig auf die Konten.

3
Wertschriften statt Sparkonto wählen

Bei einem Anlagehorizont von mehr als 10 Jahren lohnt sich eine Wertschriftenlösung (Aktienanteil 40–80%) deutlich mehr als ein Sparkonto mit Minimalzins. Historisch erzielen Wertschriften-3a-Konten eine Mehrrendite von 2–4% pro Jahr.

4
Einzahlung nicht vergessen — Frist: 31. Dezember

Die Einzahlung muss bis zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres auf dem 3a-Konto gutgeschrieben sein. Richte einen Dauerauftrag ein oder markiere dir eine Erinnerung für Anfang Dezember.

5
BVG-Anschluss kritisch prüfen

Bevor du dich freiwillig einer Pensionskasse anschliesst, rechne nach: Der grosse 3a-Beitrag (bis CHF 36'288) kann attraktiver sein als ein BVG-Anschluss mit kleinerem 3a-Beitrag (CHF 7'258). Die Entscheidung hängt von deiner individuellen Situation ab.



07Säule 3a und einzly

Als Selbständiger musst du dein Nettoeinkommen kennen, um den maximalen 3a-Beitrag berechnen zu können. einzly zeigt dir dein aktuelles Nettoeinkommen jederzeit in Echtzeit — so weisst du genau, wie viel du in die Säule 3a einzahlen darfst.

  • Nettoeinkommen auf einen Blick: einzly berechnet laufend deinen Geschäftsgewinn abzüglich der AHV/IV/EO-Beiträge — die Basis für deinen 3a-Maximalbetrag
  • Steuerliche Planung: Sieh jederzeit, wie sich eine 3a-Einzahlung auf dein steuerbares Einkommen auswirkt
  • Fristenerinnerung: einzly erinnert dich rechtzeitig vor dem 31. Dezember an die 3a-Einzahlung
  • Saubere Dokumentation: Alle Ausgaben und Einnahmen sind lückenlos erfasst — die perfekte Grundlage für deine Steuererklärung
Vorsorge beginnt bei der BuchhaltungWer seine Buchhaltung im Griff hat, kennt sein Nettoeinkommen und kann die Säule 3a optimal nutzen. Teste einzly 30 Tage kostenlos und behalte Buchhaltung, Steuern und Vorsorge an einem Ort im Griff.


08Häufige Fragen zur Säule 3a für Selbständige

Nein. Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, darf nur den kleinen Beitrag von CHF 7'258 (Stand 2026) einzahlen. Der grosse Beitrag von bis zu CHF 36'288 steht ausschliesslich Selbständigen ohne BVG-Anschluss zur Verfügung. Es lohnt sich daher, die Gesamtrechnung (BVG + kleiner 3a vs. kein BVG + grosser 3a) genau durchzurechnen.
Nein, leider nicht. Nicht einbezahlte Beträge verfallen und können in späteren Jahren nicht nachgeholt werden. Das gilt auch für Jahre, in denen du weniger als den Maximalbetrag einbezahlt hast. Deshalb: Jedes Jahr den vollen Betrag einzahlen.
Die Einzahlung trägst du in der Steuererklärung unter den Abzügen ein (Rubrik Vorsorgebeiträge / Säule 3a). Du erhältst von deiner Bank oder Versicherung eine Bescheinigung über die eingezahlten Beträge. Das Guthaben musst du im Vermögen deklarieren, es unterliegt aber nicht der Vermögenssteuer.
Das 3a-Guthaben fällt nicht in die Erbmasse, sondern wird gemäss BVV3 Art. 2 an die begünstigten Personen ausbezahlt. Die Begünstigtenordnung ist gesetzlich festgelegt: zuerst der überlebende Ehegatte/eingetragene Partner, dann Kinder, dann Eltern. Du kannst die Reihenfolge innerhalb dieser Gruppen anpassen.
Bei einem Anlagehorizont unter 5 Jahren empfiehlt sich eher ein 3a-Sparkonto, da Wertschwankungen am Aktienmarkt kurzfristig zu Verlusten führen können. Ab 10 Jahren Anlagehorizont ist eine Wertschriftenlösung mit Aktienanteil deutlich rentabler — historisch um 2–4% pro Jahr mehr Rendite als ein Sparkonto.
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