StartseiteBlogGründung
Gründung

Geschäftskonto für Selbständige: Vergleich der Schweizer Anbieter

Welches Geschäftskonto eignet sich für Selbständige in der Schweiz? Vergleich von UBS, ZKB, Raiffeisen, PostFinance, Neon und Yuh — Gebühren, Funktionen und Eröffnungsprozess.

e
einzly Redaktion
Steuer- & Finanzredaktion
7 Min. Lesezeit
2. März 2026

Eine der ersten Fragen bei der Gründung einer Einzelfirma: Brauche ich ein separates Geschäftskonto? Gesetzlich vorgeschrieben ist es nicht — aber es gibt gewichtige Gründe, warum du dein Geschäftsgeld vom Privatkonto trennen solltest. In diesem Artikel erfährst du, warum ein eigenes Konto sinnvoll ist, worauf du bei der Wahl achten musst und wie die bekanntesten Schweizer Anbieter im Vergleich abschneiden.


01Warum ein separates Geschäftskonto?

Auch wenn das Schweizer Recht keine Pflicht für ein separates Geschäftskonto bei Einzelfirmen vorsieht, gibt es überzeugende Gründe dafür. Wenn du gerade eine Einzelfirma gründest, solltest du diesen Punkt von Anfang an berücksichtigen:

  • Steuerliche Übersicht: Bei einer Steuerprüfung musst du private und geschäftliche Transaktionen sauber trennen können. Mit einem separaten Konto ist das automatisch der Fall — ohne mühsames Herausfiltern auf Kontoauszügen
  • Einfachere Buchhaltung: Jede Transaktion auf dem Geschäftskonto ist geschäftlich. Du musst keine privaten Zahlungen aussortieren, was die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung massiv vereinfacht
  • Professioneller Auftritt: Kunden überweisen lieber auf ein Konto, das auf einen Geschäftsnamen lautet, als auf ein Privatkonto. Das schafft Vertrauen
  • QR-Rechnung: Für QR-Rechnungen brauchst du eine QR-IBAN oder QR-Referenz. Viele Banken bieten das nur mit einem Geschäftskonto an
  • Liquiditätsüberblick: Du siehst jederzeit, wie viel Geld im Geschäft vorhanden ist — ohne Privatausgaben, die das Bild verzerren
EmpfehlungAuch wenn es keine Pflicht ist: Trenne geschäftlich und privat von Anfang an. Das spart dir Stunden an Sortierarbeit und macht die Steuererklärung deutlich einfacher.


02Worauf du bei der Wahl achten solltest

Nicht jedes Konto eignet sich gleich gut für Selbständige. Diese Kriterien sind entscheidend:

  • Kontoführungsgebühren: Monatliche oder jährliche Grundgebühr — bei manchen Anbietern CHF 0, bei anderen über CHF 300 pro Jahr
  • Zahlungsverkehr: Kosten pro Überweisung (national, international), Daueraufträge, LSV/DD
  • E-Banking / App: Qualität der mobilen App und des E-Banking, Benutzerfreundlichkeit, Multi-User-Zugang
  • QR-Rechnung: Unterstützung von QR-IBAN und QR-Referenzen für den Rechnungsversand
  • TWINT Business: Möglichkeit, TWINT-Zahlungen als Geschäftskunde zu empfangen
  • Debitkarte / Kreditkarte: Inklusive oder gegen Aufpreis? Maestro, Visa Debit, Mastercard?
  • Eröffnungsprozess: Online oder in der Filiale? Dauer? Erforderliche Dokumente?
  • Zusatzservices: Buchhaltungsschnittstellen, camt.053-Export, Geschäftskreditkarte, Fremdwährungen


03Anbietervergleich: Geschäftskonten in der Schweiz

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Merkmale der bekanntesten Geschäftskonto-Anbieter für Selbständige und Einzelunternehmen in der Schweiz. Alle Angaben basieren auf den öffentlich verfügbaren Konditionen (Stand: Anfang 2026) und können je nach Kontomodell variieren.

AnbieterGrundgebühr/MonatE-BankingQR-RechnungTWINT BusinessEröffnung
UBSab ca. CHF 25Ja (App + Web)JaJaFiliale / Online
ZKBab ca. CHF 15Ja (App + Web)JaJaFiliale / Online
Raiffeisenab ca. CHF 10Ja (App + Web)JaJaFiliale
PostFinanceab ca. CHF 15Ja (App + Web)JaJaOnline / Filiale
Neon BusinessCHF 0 (Basismodell)Nur AppJaJaKomplett online
YuhCHF 0Nur AppEingeschränktNeinKomplett online
Hinweis zur NeutralitätWir sprechen keine Empfehlung für einen bestimmten Anbieter aus. Die beste Wahl hängt von deinen individuellen Bedürfnissen ab — wie oft du Überweisungen tätigst, ob du eine Filiale brauchst und welche Zusatzfunktionen dir wichtig sind.


04Die Anbieter im Detail

UBS

Die UBS bietet verschiedene Geschäftskonto-Modelle an, von einfachen Zahlungskonten bis hin zu umfassenden KMU-Paketen. Für Einzelfirmen ist in der Regel das Basiskonto ausreichend. Vorteile: Grosses Filialnetz, umfassendes E-Banking, breites Kartenangebot. Nachteil: Vergleichsweise höhere Gebühren als bei Neobanken.

Zürcher Kantonalbank (ZKB)

Die ZKB ist für Zürcher Unternehmen eine beliebte Wahl. Sie bietet ein Geschäftskonto mit E-Banking, QR-Rechnungen und TWINT Business. Die Konditionen variieren je nach Paket. Vorteil: Starker regionaler Support, gute E-Banking-Lösung. Nachteil: Nur im Kanton Zürich flächendeckend vertreten.

Raiffeisen

Raiffeisen ist die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz und besonders in ländlichen Regionen stark vertreten. Das Geschäftskonto bietet alle Standard-Funktionen zu moderaten Kosten. Vorteil: Grösstes Filialnetz der Schweiz, persönliche Beratung. Nachteil: Konditionen variieren je nach lokaler Raiffeisenbank.

PostFinance

PostFinance bietet ein solides Geschäftskonto mit starkem E-Banking und Zugang zu PostFinance-Checkout für Online-Zahlungen. Vorteil: Gut ausgebautes E-Banking, grosse Verbreitung, attraktiv für E-Commerce. Nachteil: Limitierte Beratung vor Ort.

Neon Business

Neon bietet ein kostenloses Geschäftskonto (im Basismodell) mit Schweizer IBAN, App-basiertem Banking und QR-Rechnung. Vorteil: Keine Grundgebühr im Basismodell, schnelle Online-Eröffnung, moderne App. Nachteil: Keine Filialen, eingeschränkter Funktionsumfang im Vergleich zu Grossbanken.

Yuh

Yuh (Joint Venture von PostFinance und Swissquote) ist primär als Privatkonto konzipiert, wird aber von manchen Selbständigen als günstiges Geschäftskonto genutzt. Vorteil: Komplett kostenlos, inklusive Debitkarte, integriertes Trading. Nachteil: Kein dediziertes Geschäftskonto, eingeschränkte QR-Rechnungsfunktionen, kein TWINT Business.



05Geschäftskonto eröffnen: So geht's

Die Eröffnung eines Geschäftskontos für eine Einzelfirma ist unkomplizierter als für eine GmbH oder AG, da keine Handelsregistereintragung zwingend ist (unter CHF 100'000 Jahresumsatz). Mit einem Geschäftskonto wird auch die Buchführungspflicht einfacher. Folgende Schritte und Dokumente brauchst du:

1
Dokumente bereitstellen

Gültiger Ausweis (ID oder Pass), Wohnsitzbestätigung, ggf. Handelsregisterauszug (falls eingetragen), Beschreibung der Geschäftstätigkeit.

2
Konto beantragen

Je nach Anbieter online (Neobanken: in wenigen Minuten) oder in der Filiale (Grossbanken: Termin vereinbaren). Bei Online-Eröffnung ist meist ein Video-Ident oder ein Foto des Ausweises nötig.

3
Identifikation abschliessen

Geldwäschereigesetz (GwG) verlangt eine Identitätsprüfung. Bei der Filiale persönlich, online via Video-Call oder PostIdent.

4
Konto einrichten

IBAN erhalten, E-Banking aktivieren, Debitkarte bestellen. Bei manchen Banken dauert es 3–5 Arbeitstage, bei Neobanken oft nur wenige Stunden.

Einzelfirma ohne HR-EintragWenn dein Jahresumsatz unter CHF 100'000 liegt, ist der Handelsregistereintrag freiwillig (OR Art. 934). Manche Banken verlangen bei der Kontoeröffnung trotzdem einen HR-Auszug oder zumindest eine Bestätigung der Ausgleichskasse über deinen Status als Selbständiger.


06Tipps für die optimale Nutzung

  1. Nur geschäftliche Zahlungen über das Geschäftskonto: Keine privaten Einkäufe, kein Netflix, keine Lebensmittel. Privatbezüge als «Privatbezug» oder «Eigenbedarf» verbuchen und auf das Privatkonto überweisen
  2. Regelmässig Privatbezüge überweisen: Statt spontan vom Geschäftskonto zu leben, überweise dir einen fixen monatlichen Betrag als «Quasi-Lohn» auf dein Privatkonto. Das erleichtert die Buchhaltung und die Liquiditätsplanung
  3. Steuerrücklagen separieren: Ideal: Ein separates Sparkonto für Steuer-, AHV- und MWST-Rücklagen. So siehst du sofort, wie viel Geld dir wirklich zur Verfügung steht
  4. camt.053-Export nutzen: Die meisten Banken bieten den Export von Kontobewegungen im camt.053-Format (ISO 20022). Das ist der Standard für den elektronischen Bankabgleich mit Buchhaltungssoftware
  5. Kosten im Blick behalten: Vergleiche jährlich, ob dein Kontomodell noch passt. Wenn du wenig Zahlungsverkehr hast, ist ein günstigeres Modell oder ein Wechsel zu einem Neobank-Anbieter sinnvoll
  6. Mehrere Konten prüfen: Für Fremdwährungen (EUR, USD) lohnt sich ein separates Währungskonto — die Wechselkurse und Gebühren variieren stark zwischen den Anbietern

Geschäftskonto + einzly = volle KontrolleMit einzly erfasst du alle Einnahmen und Ausgaben deines Geschäftskontos und hast deine Buchhaltung immer im Griff. QR-Rechnungen erstellst du direkt aus einzly — inklusive deiner Geschäftskonto-IBAN.


07Häufige Fragen zum Geschäftskonto

Nein, eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Du kannst theoretisch dein Privatkonto nutzen. In der Praxis ist ein separates Konto aber dringend empfohlen — für die steuerliche Übersicht, die Buchhaltung und den professionellen Auftritt.
Technisch ja, aber es wird schnell unübersichtlich. Private und geschäftliche Transaktionen sind auf einem gemeinsamen Konto schwer zu trennen. Bei einer Steuerprüfung musst du jede Transaktion erklären können — das ist mit einem separaten Konto deutlich einfacher.
Die Kosten variieren stark: Von CHF 0 (Neon Basismodell, Yuh) bis über CHF 300 pro Jahr (Grossbanken mit umfassendem Paket). Dazu kommen je nach Anbieter Gebühren pro Zahlung, Kartengebühren und Kosten für Zusatzleistungen.
Ja, das ist ohne Einschränkung möglich. Manche Selbständige nutzen ein Konto für den Zahlungsverkehr und ein separates Sparkonto bei einer anderen Bank für Rücklagen. Achte einfach darauf, alle Konten in der Buchhaltung und Steuererklärung zu erfassen.
Nicht zwingend. Einzelfirmen unter CHF 100'000 Jahresumsatz müssen sich nicht im Handelsregister eintragen (OR Art. 934). Die meisten Banken eröffnen ein Geschäftskonto auch ohne HR-Eintrag — du brauchst dann eine Bestätigung der Ausgleichskasse oder eine andere Dokumentation deiner Selbständigkeit.
Teilen