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10 Tipps für alle, die sich selbständig machen wollen

Du spürst es schon lange. Diese innere Stimme, die immer wiederkommt. Hier sind 10 Tipps, die dir helfen den Sprung zu wagen — ohne alles zu riskieren.

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einzly Redaktion
Steuer- & Finanzredaktion
9 Min. Lesezeit
1. Apr. 2026
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Du spürst es schon länger. Diese Stimme im Innern, die immer wieder sagt: Mach es. Das ist eine gute Idee. Kündige. Das hier ist nicht das Richtige für dich. Vielleicht kommt sie morgens unter der Dusche, vielleicht nachts um drei, vielleicht im Meeting, in dem du zum fünften Mal dieselbe sinnlose Diskussion führst. Sie kommt immer wieder — und sie wird nicht leiser.

Und wahrscheinlich hat sie recht. Aber: Spring nicht blind. Plane deinen Ausstieg — damit du nicht die Lust verlierst, bevor es richtig losgeht. Die folgenden 10 Tipps sind keine Theorie aus einem BWL-Lehrbuch. Sie kommen von jemandem, der den Sprung gemacht hat. Ehrlich, direkt, ohne Schönfärberei.


011. Hör auf die innere Stimme — aber plan den Escape

Diese Stimme, die immer wiederkommt? Die hat einen Grund. Sie ist nicht laut, weil du naiv bist — sie ist laut, weil ein Teil von dir weiss, dass du mehr kannst. Die meisten Menschen ignorieren sie jahrelang. Sie reden sich ein, dass es «nicht der richtige Zeitpunkt» ist. Spoiler: Der richtige Zeitpunkt existiert nicht. Es gibt nur den Moment, in dem du anfängst.

Aber — und das ist wichtig — hör auf die Stimme, ohne den Verstand auszuschalten. Kündige nicht morgen früh. Plane deinen Ausstieg strategisch. Wie viel Runway brauchst du? Welche Kunden könntest du schon vor dem Start gewinnen? Welche Fixkosten kannst du vorher senken?

Das Ziel ist, eine Brücke zu bauen — nicht die alte niederzubrennen. Wer blind springt, landet hart. Wer eine Brücke baut, kommt sicher auf die andere Seite.



022. Löst du ein echtes Problem?

Die unbequeme Wahrheit: Niemand bezahlt für eine «coole Idee». Menschen bezahlen für Lösungen zu Problemen, die ihnen heute wehtun. Nicht morgen, nicht irgendwann — heute. Frag dich ehrlich: Hat irgendjemand da draussen ein Problem, das so dringend ist, dass er oder sie dafür Geld ausgeben würde?

Nice-to-have-Ideen sterben. Must-have-Ideen überleben. Der Unterschied? Bei einem Must-have sucht der Kunde bereits nach einer Lösung. Er googelt, fragt herum, vergleicht Angebote. Bei einem Nice-to-have musst du den Kunden zuerst davon überzeugen, dass er überhaupt ein Problem hat. Das ist ein komplett anderes Spiel — und ein viel härteres.

Kein Schmerz, kein Markt. Wenn niemand ein Problem hat, wird auch niemand bezahlen. Dein Angebot muss ein Schmerzmittel sein — kein Vitamin.

Schau dir die erfolgreichsten Gründungen an: Sie lösen alle ein konkretes, reales Problem. Uber löst das Taxi-Problem. Airbnb löst das Hotel-Problem. Du musst nicht die Welt verändern — aber du musst den Alltag von jemandem einfacher machen.



033. Kannst du der oder die Beste werden?

Du musst nicht der oder die Beste der Welt sein. Aber kannst du in deiner Nische, in deiner Region, in deinem Spezialgebiet so gut werden, dass man an dir nicht vorbeikommt? «Gut» reicht nicht. Gut ist austauschbar. Du musst so gut sein, dass sie dich nicht ignorieren können.

Überlege dir: Was ist dein unfairer Vorteil? Vielleicht hast du 10 Jahre Erfahrung in einer Branche, die sonst niemand versteht. Vielleicht hast du ein Netzwerk, das anderen fehlt. Vielleicht siehst du Dinge aus einer Perspektive, die dein Wettbewerb nicht hat. Dieser Vorteil ist dein Fundament — baue darauf auf.

Und wenn du heute noch nicht die oder der Beste bist? Dann werde es. Investiere in dein Wissen, sammle Erfahrung, arbeite an deinem Handwerk. Die Selbständigkeit belohnt nicht die Lautesten, sondern die Kompetentesten.



044. Teste deine Idee — bevor du alles investierst

Rede mit echten potenziellen Kunden. Nicht mit Freunden, nicht mit der Familie — mit Menschen, die tatsächlich dafür bezahlen würden. Freunde sagen dir, was du hören willst. Kunden sagen dir die Wahrheit — mit ihrem Portemonnaie.

Stell drei einfache Fragen: Ist dieses Problem für dich dringend? Würdest du dafür bezahlen? Wie viel? Wenn 8 von 10 Leuten sagen «coole Idee» aber niemand zum Portemonnaie greift — dann ist deine Idee noch nicht validiert. «Cool» bezahlt keine Rechnungen.

Die beste Validierung ist ein zahlender Kunde. Nicht eine Umfrage, nicht ein Like, nicht ein «Ja, das würde ich sicher nutzen». Erst wenn jemand Geld auf den Tisch legt, weisst du, dass deine Idee etwas wert ist. Alles andere ist Hoffnung — und Hoffnung ist kein Geschäftsmodell.



055. Mach aus der Idee kleine Realitäten

Die Idee in deinem Kopf ist nichts wert. Null. Nada. Eine Idee wird erst wertvoll, wenn sie in der realen Welt existiert. Und dafür brauchst du keine grosse Lancierung — du brauchst kleine Schritte, die es real machen.

Jeder dieser Schritte verändert etwas in deinem Kopf. Plötzlich ist es nicht mehr nur ein Traum — es ist ein Projekt. Mit einem Namen, einer Domain, einem Gesicht. Und mit jedem Schritt wird es schwieriger, aufzugeben. Das ist gut so.

1
Domain kaufen

Such dir einen Namen und sichere dir die .ch-Domain. Das kostet CHF 15 im Jahr und macht es sofort real.

2
Social-Media-Name sichern

Registriere den Instagram-, LinkedIn- und TikTok-Handle — auch wenn du noch nicht postest. Die Namen sind schnell weg.

3
Erste Offerte skizzieren

Schreib dein Angebot auf eine A4-Seite. Was bietest du an? Was kostet es? Für wen ist es?

4
Logo-Entwurf machen

Muss nicht perfekt sein. Eine Skizze, ein Canva-Entwurf, irgendwas Visuelles das deiner Idee ein Gesicht gibt.

5
Visitenkarten bestellen

Klingt altmodisch, aber es macht etwas mit dir. Plötzlich hältst du dein Business in den Händen.

6
Erste Webseite aufsetzen

Eine einfache Landingpage reicht. Wer du bist, was du anbietest, wie man dich erreicht. Mehr braucht es am Anfang nicht.



066. Baue ein Bridge-Income auf

Die romantische Vorstellung: Kündigen, All-in gehen, in drei Monaten erfolgreich. Die Realität: Die meisten erfolgreichen Gründer haben ihr Business neben dem Job aufgebaut. Abends, am Wochenende, in der Mittagspause. Nicht glamourös — aber effektiv.

Wenn dein aktueller Job dich so auslaugt, dass keine Energie übrig bleibt, dann such dir einen Job, der die Rechnungen bezahlt und dir genug Freiraum lässt. Es wird nicht dein Traumjob sein — aber er hält die Lichter an, während du an deinem Traum baust. Das ist kein Rückschritt. Das ist Strategie.

Der grösste Fehler: Kündigen ohne Einkommen und dann nach drei Monaten in Panik geraten. Panik ist der schlechteste Berater für geschäftliche Entscheidungen. Du fängst an, jeden Auftrag anzunehmen — auch die falschen. Du senkst deine Preise. Du verlierst den Fokus. Ein Bridge-Income gibt dir die Freiheit, die richtigen Entscheidungen zu treffen.



077. Mach eine Checkliste — was jetzt, was später

Einer der häufigsten Gründe, warum Menschen nie starten: Sie denken, sie müssen alles auf einmal erledigen. Logo, Webseite, Handelsregister, Büro, Visitenkarten, Buchhaltung, Versicherungen, Businessplan — die Liste fühlt sich endlos an. Und genau diese Überforderung lähmt.

Die Wahrheit: Vieles davon kann warten. Trenne radikal zwischen dem, was du jetzt brauchst und dem, was später kommen kann. Hier eine ehrliche Aufteilung:

JetztSpäter
Geschäftsidee validierenHandelsregistereintrag (ab CHF 100k Umsatz)
AHV-Status klärenLogo professionell designen
Geschäftskonto eröffnenBüro mieten
Erste Kunden gewinnenWebseite perfektionieren
Buchhaltung einrichtenMitarbeiter einstellen
Perfektionismus ist der Feind des Anfangs. Starte mit 80% und verbessere unterwegs. Dein Logo muss nicht perfekt sein, deine Webseite muss nicht perfekt sein, dein Angebot muss nicht perfekt sein. Starten muss es.


088. Stell dir das Best-Case-Szenario vor

Alle reden über Risiken. «Was, wenn es nicht klappt?» «Was, wenn du scheiterst?» «Was, wenn du kein Geld verdienst?» Jeder in deinem Umfeld kennt die Worst-Case-Szenarien auswendig. Aber niemand fragt: Was passiert, wenn es funktioniert?

Stell dir vor: Du stehst morgens auf und arbeitest an etwas, das dir gehört. Du entscheidest, mit wem du arbeitest. Du bestimmst deinen Preis, deinen Rhythmus, deinen Urlaub. Du baust etwas auf, das grösser wird als du selbst. Finanzielle Freiheit. Kreative Freiheit. Die Freiheit, Nein zu sagen.

Dein Gehirn ist darauf programmiert, Gefahren zu sehen. Das war nützlich, als wir vor Säbelzahntigern wegrennen mussten. Heute hält es dich davon ab, dein Potenzial auszuschöpfen. Trainiere dein Gehirn, auch die Chancen zu sehen. Visualisierung ist nicht esoterisch — es ist Fokus. Wer das Ziel klar vor Augen hat, findet den Weg.



099. Wenn die Angst am grössten ist, bist du am nächsten dran

Das hier ist vielleicht der wichtigste Tipp von allen. Und er klingt paradox: Wenn du am meisten Angst hast, bist du am nächsten am Durchbruch.

Denk darüber nach. Wann ist die Angst am grössten? Genau dann, wenn du kurz davor bist, etwas Grosses zu tun. Die Kündigung einzureichen. Den ersten Kunden anzurufen. Die Preise zu erhöhen. Den Vertrag zu unterschreiben. In dem Moment, in dem jede Faser deines Körpers «Stopp!» schreit — genau dann bist du an der Schwelle.

Die Angst ist ein Signal. Deine Komfortzone, deine alten Glaubenssätze, deine Zweifel — sie werfen alles in die Schlacht, was sie haben. Warum? Weil sie wissen, dass du kurz davor bist, sie hinter dir zu lassen. Sie kämpfen nicht gegen dich — sie kämpfen um ihr Überleben. Und das bedeutet: Du bist auf dem richtigen Weg.

Je grösser die Angst, desto näher der Durchbruch. Deine Zweifel wissen, dass du kurz davor bist — deshalb schreien sie so laut.


1010. Selbst wenn du scheiterst — du gewinnst trotzdem

Lass uns das Worst-Case-Szenario durchspielen. Das absolute Worst-Case. Dein Business klappt nicht. Du gehst zurück in eine Festanstellung. Du sparst Geld. Du versuchst es nochmal. Das war's. Das ist das Schlimmste, was passieren kann.

Und jetzt schau dir das nochmal an: Dein Worst-Case-Szenario ist die aktuelle Realität von allen anderen. Die gehen jeden Tag in eine Festanstellung, sparen Geld und träumen von der Selbständigkeit. Das ist nicht so schlimm, oder?

Aber hier ist der echte Punkt: Du lernst mehr in einem Jahr Selbständigkeit als in zehn Jahren Anstellung. Du lernst verkaufen, verhandeln, Entscheidungen treffen, mit Unsicherheit umgehen, Prioritäten setzen, Verantwortung tragen. Diese Skills gehen nie verloren — egal ob dein erstes Business überlebt oder nicht.

Das echte Scheitern ist nicht, es zu versuchen und zu fallen. Das echte Scheitern ist, es nie versucht zu haben. Mit 60 im Büro zu sitzen und sich zu fragen: Was wäre gewesen, wenn? Das ist die Frage, die wirklich wehtut. Nicht das Scheitern — das Nicht-Versuchen.


Die Selbständigkeit ist kein Sprung ins Ungewisse — wenn du sie richtig planst. Du musst nicht alles wissen, nicht alles können und nicht alles auf einmal machen. Du musst nur den ersten Schritt tun. Und dann den nächsten. Und den danach.

Und wenn du so weit bist, dass du deine erste Rechnung schreibst, dein erstes Angebot versendest, deine erste Ausgabe verbuchst — dann ist einzly für dich da. Weil Buchhaltung das Letzte sein sollte, was dich vom Gründen abhält.

einzly — Buchhaltung für den Starteinzly ist die Buchhaltungssoftware für den Start in die Selbständigkeit. Rechnungen, Ausgaben, MWST — alles an einem Ort. 30 Tage kostenlos testen.

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12Häufig gestellte Fragen

Für ein Einzelunternehmen nicht zwingend. Aber du brauchst Klarheit über drei Dinge: Was ist dein Angebot? Wer ist deine Zielgruppe? Und wie sehen deine Finanzen aus (erwartete Einnahmen, laufende Kosten, Startkapital)? Das kann auf einer A4-Seite stehen — es muss kein 40-seitiges Dokument sein.
Das hängt stark von deiner Branche ab. Viele Dienstleistungsbetriebe starten mit CHF 0 bis 5'000. Der grosse Vorteil eines Einzelunternehmens: Kein Mindestkapital vorgeschrieben. Du brauchst ein Geschäftskonto, vielleicht eine Webseite, Visitenkarten und ein Buchhaltungstool — das war's für den Anfang.
Immer nebenher starten, wenn möglich. Baue dir ein Einkommen und einen Kundenstamm auf, bevor du kündigst. So startest du aus einer Position der Stärke — nicht der Verzweiflung. Prüfe aber deinen Arbeitsvertrag: Manche Arbeitgeber haben Nebentätigkeitsklauseln.
Wenn die Selbständigkeit deine Haupttätigkeit ist oder du mehr als CHF 2'300 pro Jahr damit verdienst. Die Anmeldung erfolgt bei deiner kantonalen Ausgleichskasse. Dort wird auch geprüft, ob du als «selbständig erwerbend» anerkannt wirst — dafür brauchst du mehrere Kunden und trägst das unternehmerische Risiko selbst.
Warten, bis alles perfekt ist. Die perfekte Webseite, das perfekte Logo, der perfekte Businessplan. Perfektionismus ist der Feind des Fortschritts. Starte mit dem, was du hast, und verbessere unterwegs. Dein erster Kunde interessiert sich nicht für dein Logo — er will wissen, ob du sein Problem lösen kannst.
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