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MWST-Rechner: Saldosteuersatz oder effektive Methode?

Die Wahl der MWST-Abrechnungsmethode beeinflusst direkt, wie viel Geld bei Ihnen bleibt. Unser Rechner zeigt Ihnen in Sekunden, welche Methode sich lohnt.

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einzly Redaktion
Steuer- & Finanzredaktion
7 Min. Lesezeit
7. März 2026
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MWSTSaldosteuersatzEffektive Methode

Wer in der Schweiz MWST-pflichtig ist, muss sich für eine Abrechnungsmethode entscheiden: die Saldo-Methode (vereinfacht) oder die effektive Methode (mit Vorsteuerabzug). Die falsche Wahl kann Sie jährlich Hunderte bis Tausende Franken kosten — besonders bei Selbständigen mit tiefen oder hohen Ausgaben fällt der Unterschied deutlich aus.

01MWST-Methoden vergleichen

Geben Sie Ihren Jahresumsatz, Ihre Geschäftsausgaben und Ihre Branche ein. Der Rechner berechnet die MWST-Schuld für beide Methoden und zeigt Ihnen die günstigere Variante.


02Was ist die Saldo-Methode?

Bei der Saldo-Methode wenden Sie einen branchenspezifischen Saldosteuersatz auf Ihren Bruttoumsatz an. Die MWST-Schuld ergibt sich direkt — ohne dass Sie einzelne Vorsteuern belegen müssen. Das spart Aufwand, kann aber teurer sein, wenn Ihre tatsächlichen Vorsteuern hoch sind.

  • Bruttoumsatz = Umsatz × 1.081
  • MWST-Schuld = Bruttoumsatz × Saldosteuersatz
  • Kein Vorsteuerabzug nötig
VoraussetzungDie Saldo-Methode steht nur Unternehmen mit maximal CHF 5'005'000 Umsatz und CHF 103'000 Steuerschuld pro Jahr offen. Der Satz muss bei der ESTV beantragt werden und gilt mindestens 3 Jahre.

03Was ist die effektive Methode?

Bei der effektiven Methode berechnen Sie die MWST exakt: Sie fakturieren 8.1% MWST auf Ihren Umsatz und ziehen die bezahlte Vorsteuer auf Geschäftsausgaben ab. Das ist aufwändiger, lohnt sich aber, wenn Ihre Ausgaben einen grossen Anteil am Umsatz ausmachen.

  • MWST eingenommen = Umsatz × 8.1%
  • Vorsteuer = Ausgaben × 8.1 / 108.1 (Ausgaben sind inkl. MWST)
  • MWST-Schuld = Eingenommen − Vorsteuer

04Saldosteuersätze nach Branche

Die ESTV legt für jede Branche einen Saldosteuersatz fest. Hier die häufigsten Sätze für Selbständige:

BrancheSaldosteuersatzTypische Vorsteuerquote
Beratung, IT, Grafik5.9%Tief (wenig Material)
Fotografie4.4%Mittel (Equipment)
Handwerk, Bau3.7%Hoch (Material + Werkzeug)
Therapie, Gesundheit2.0%Sehr tief
Gastronomie5.1%Hoch (Wareneinkauf)
Handel (Waren)1.3% – 6.7%Sehr hoch
FaustregelJe höher Ihre Ausgaben im Verhältnis zum Umsatz, desto eher lohnt sich die effektive Methode — weil Sie mehr Vorsteuer abziehen können. Bei tiefen Ausgaben (z.B. reine Beratung) ist die Saldo-Methode meist günstiger.

05Tipps zur Methodenwahl

  1. Ausgabenquote berechnen: Teilen Sie Ihre jährlichen Geschäftsausgaben durch den Umsatz. Über 40–50%? Dann prüfen Sie die effektive Methode genau.
  2. Investitionen einplanen: Stehen grössere Anschaffungen an (Computer, Fahrzeug, Einrichtung)? Mit der effektiven Methode können Sie die Vorsteuer abziehen.
  3. 3-Jahres-Bindung beachten: Wer zur Saldo-Methode wechselt, ist mindestens 3 Jahre gebunden. Rechnen Sie voraus.
  4. Administrativer Aufwand: Die Saldo-Methode spart Buchhaltungsaufwand — Sie brauchen keine Vorsteuerbelege zu sammeln. Mit einer guten Buchhaltungssoftware ist der Mehraufwand der effektiven Methode aber überschaubar.
  5. ESTV-Abrechnung: Unabhängig von der Methode müssen Sie die MWST quartalsweise bei der ESTV abrechnen.

06Häufig gestellte Fragen

Sobald Ihr Jahresumsatz CHF 100'000 übersteigt, sind Sie obligatorisch MWST-pflichtig. Darunter können Sie sich freiwillig registrieren.
Nein. Ein Wechsel ist jeweils auf Beginn einer neuen Steuerperiode möglich. Wer die Saldo-Methode gewählt hat, ist mindestens 3 Jahre daran gebunden.
Die ESTV teilt Ihnen den für Ihre Tätigkeit geltenden Satz zu. Sie können diesen nicht frei wählen — er richtet sich nach Ihrer Branche. Bei Mischtätigkeiten gelten Sonderregeln.
Nein. Der Rechner rechnet mit dem Normalsatz von 8.1%. Wenn Sie überwiegend Leistungen zum reduzierten Satz erbringen (z.B. Lebensmittel), weichen die tatsächlichen Werte ab.
Der Rechner zeigt den reinen Vergleich. Die Saldo-Methode steht nur Betrieben mit max. CHF 5'005'000 Umsatz und CHF 103'000 Steuerschuld offen.
Wenn Sie hohe Vorsteuern haben (z.B. durch Investitionen), kann sich eine freiwillige Registrierung auch unter CHF 100'000 Umsatz lohnen.
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